KindeR
‍
könneN einfach
Kinder sein

Im 18 jahundert haben Kinder noch vor allem in der Landwirtschaft, im Handwerk und im Berkwerk gearbeitet. Dabei sind auch viele Kinder ums Leben gekommen. Wenn Friedrich nicht gewesen wäre, würden die Kinder dies vielleicht heute noch tun müssen.

1871 im Deutschen Reichstag

Friedrich Harkort hatte sich gegen Kinderarbeit ausgesprochen und wollte es verbieten.

Danke
Friedrich

Der Kinderschutz-Kurier

Zeitung für Kindheit, Recht und Fortschritt

Der Unternehmer, der für

Kinder kämpfte

Während seine Nachbarfabriken Kinder unter Maschinen schickten, forderte ein Mann aus Wetter im Landtag ein Verbot. Wer war Friedrich Harkort – und wie viel konnte ein Einzelner damals wirklich bewegen?

Verbot aller
Kinderarbeit.

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Ein Pfadfinderjunge der durch einen Wald läuft

Entstehung

Wie aus Alltag plötzlich ein Skandal wurde

Kinder haben immer schon mitgeholfen – auf dem Hof, in der Werkstatt. Was war an der Fabrik dann so anders?

Kinderarbeit ist keine Erfindung der Industrialisierung. Schon lange vorher halfen Kinder in Landwirtschaft, Handwerk und Haushalt mit – über Jahrhunderte ein selbstverständlicher Teil des Familienlebens. Neu war im 19. Jahrhundert nicht die Arbeit selbst, sondern ihr Ausmaß: In Fabriken, Webereien und Bergwerken wurden Kinder gezielt eingesetzt, weil ihre kleinen Körper unter Maschinen und in enge Stollen passten, wo Erwachsene keinen Platz hatten.

Öffentlich sichtbar wurde das Ausmaß erst durch britische Untersuchungskommissionen, deren Berichte und Bilder auch in einflussreichen Texten wie Friedrich Engels' Schilderung der arbeitenden Klasse in England Eingang fanden. Historiker betonen dabei einen nüchternen Punkt: Nicht die technischen Bedingungen entschieden über den Einsatz der Kinder, sondern schlicht ihr geringer Preis als Arbeitskraft.

Wie ein
alter Zustand  zum
neuen Skandal wurde

Zwei Kinder die sich an eine Wand lehnen

Fabrikkinder im Bergischen Land

Auch vor Harkorts eigener Haustür war Kinderarbeit um 1825 längst Normalität – mit Arbeitstagen, die heute kaum vorstellbar sind.

Zeitgenössische Erhebungen aus dem Jahr 1825 verzeichnen für Städte wie Hagen tägliche Arbeitszeiten von Kindern zwischen 10 und 12 Stunden, für Iserlohn sogar bis zu 14 Stunden. Diese Zahlen deckten sich mit den Verhältnissen in weiten Teilen des industrialisierten Deutschlands – und bildeten genau das Umfeld, in dem Harkort seine eigene Werkstatt aufbaute.

Wirtschaft

Warum ausgerechnet die Kleinsten?

Fabrikbesitzer nannten es Notwendigkeit. In Wahrheit ging es vor allem um eines: den Preis.

Kinder waren nicht nur billiger als erwachsene Arbeitskräfte – sie eigneten sich aus Sicht der Fabrikbesitzer auch praktisch besser für bestimmte Tätigkeiten. Kleine Körper passten unter laufende Maschinen, in niedrige Stollen und zwischen enge Webstuhlreihen. Kinderarbeit erforderte zudem keine Ausbildung: einfache, sich wiederholende Handgriffe ließen sich schnell anlernen.

Kinder erhielten dafür nur einen Bruchteil des Lohns eines Erwachsenen – obwohl sie oft täglich zehn bis sechzehn Stunden arbeiteten. Für viele Familien war ihr Verdienst zugleich überlebenswichtig: ein Kreislauf aus Armut und Kinderarbeit, der sich nur schwer durchbrechen ließ.

Klein, billig, gefragt:
Die kalte Logik hinter der Kinderarbeit

Ein Kind am Webern

Von der Webstube bis unter Tage

Kinderarbeit fand sich nicht nur in Textilfabriken – ein Überblick über die verbreitetsten Einsatzfelder.

In Textilfabriken und Webereien waren teils über 80 Wochenstunden für Kinder üblich. Im Bergbau arbeiteten Kinder unter Tage, im Sommer bis zu 64, im Winter bis zu 52 Stunden pro Woche. Daneben blieb ein großer Teil der Kinderarbeit unsichtbar: in der Landwirtschaft und in privaten Haushalten, wo Mädchen und Jungen oft schon ab dem Grundschulalter mithalfen.

Gesellschaft

Zwischen Webstuhl
und Schulbank

Für viele Kinder im 19. Jahrhundert bedeutete Arbeit den Verzicht auf Kindheit, wie wir sie heute verstehen.

Lange Arbeitstage, gefährliche Maschinen und ungesunde Arbeitsumgebungen prägten den Alltag vieler Mädchen und Jungen – oft schon ab dem Grundschulalter. Die allgemeine Schulpflicht setzte sich nur langsam durch, sodass viele Kinder arbeiteten, statt eine Schule zu besuchen. Gesundheitliche Folgen wie Wachstumsstörungen, Verletzungen und Erkrankungen durch Staub oder giftige Stoffe waren weit verbreitet.

Kinderschutzkommissionen sollten erste Gesetze kontrollieren – in der Praxis war das oft schwierig durchzusetzen, weil Kontrollen selten und Strafen gering blieben.

Zu Fuß über die Alpen

Bis in die 1930er-Jahre zogen Kinder aus armen Alpenregionen zu Fuß nach Deutschland – zum Arbeiten auf fremden Bauernhöfen.

Die sogenannten „Schwabenkinder“ aus Österreich, Graubünden oder Südtirol waren oft nicht älter als zwölf Jahre, wenn sie über die Alpen zogen, weil ihre Familien sie zuhause nicht mehr ernähren konnten. Dieser jahrhundertealte Brauch endete offiziell erst 1930 – ein Beleg dafür, wie lange Gesetz und gesellschaftliche Realität auseinanderklaffen konnten.

Ein zerstoertes Rad eines Heuwagens

Politik

Vom Leserbrief zum Gesetz,
vom Landtag zum Reichstag

Ein Mädchen, ein Leserbrief, ein Gesetz

Ein verzweifelter Sprung in die Wupper machte 1837 aus einem stillen Missstand plötzlich ein politisches Thema.

Im Mai 1837 versucht ein zwölfjähriges Mädchen im Wuppertal, sich wegen eines drohenden Lohnabzugs das Leben zu nehmen. Der Fabrikant Johannes Schuchard macht den Fall in einem Leserbrief öffentlich und fragt, wie groß die Verzweiflung des Kindes gewesen sein müsse. Als Abgeordneter im Rheinischen Provinziallandtag löst er damit die erste parlamentarische Debatte zur Kinderarbeit in Deutschland aus.

Das Ergebnis: das Preußische Regulativ vom 9. März 1839 – das erste kontinentaleuropäische Gesetz zur Einschränkung der Kinderarbeit. Es verbietet Kindern unter neun Jahren die regelmäßige Beschäftigung in Fabriken sowie Berg-, Hütten- und Pochwerken und begrenzt die Arbeitszeit von Jugendlichen unter 16 Jahren auf zehn Stunden täglich.

Zwei Provinzen, eine Bewegung

Während im Rheinland die große Debatte tobte, kämpfte ein Nachbar im Westfälischen für dieselbe Sache.

Harkort agierte nicht isoliert: Bereits seit 1830 forderte er im Westfälischen Provinziallandtag ein Verbot der Kinderarbeit, begrenzte Arbeitszeiten und den Bau von Arbeitersiedlungen – zu einer Zeit, in der die meisten Fabrikbesitzer die Beschäftigung von Kindern noch als selbstverständlich verteidigten. Damit gehörte er zu einer kleinen Gruppe bürgerlicher Reformer, die das Thema in preußischen Provinziallandtagen überhaupt erst zur politischen Frage machten.

Vom Regulativ zum radikalen Ruf

Als hochbetagter Reichstagsabgeordneter ließ Harkort die vorsichtigen Kompromisse seiner Jugend hinter sich.

Als Abgeordneter des Deutschen Reichstags (1871–1874) forderte Harkort explizit ein „Verbot aller Kinderarbeit“ – eine deutlich radikalere Position als das Regulativ von 1839, das noch Ausnahmen und ein Mindestalter statt eines vollständigen Verbots vorsah. Er verband diese Forderung mit festen Löhnen, festen Anstellungen und einer Gewinnbeteiligung der Arbeiter.

Der lange Marsch der Gesetze

Von England 1833 bis zur UN-Kinderrechtskonvention: Der rechtliche Kampf gegen Kinderarbeit zog sich über zwei Jahrhunderte.

1833 erließ England das erste Gesetz zum Schutz arbeitender Kinder, 1839 folgte Preußen mit dem Regulativ, 1853 wurde das Mindestalter dort auf zwölf Jahre angehoben. Die Durchsetzung blieb schwierig, Kontrollen selten. Erst mit dem Ausbau der Schulpflicht und schärferen Jugendarbeitsschutzgesetzen im 20. Jahrhundert wurde Kinderarbeit in Deutschland spürbar zurückgedrängt.

International setzte die 1919 gegründete Internationale Arbeitsorganisation (ILO) neue Maßstäbe: Übereinkommen 138 legt weltweit gültige Mindestalter fest, Übereinkommen 182 von 1999 verpflichtet zur Beseitigung der „schlimmsten Formen“ von Kinderarbeit. 1989 verankerte die UN-Kinderrechtskonvention den besonderen Schutz von Kindern erstmals umfassend im internationalen Recht.

Ein Aengliches Kind

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Porträt

Klassenzimmer statt Fabrikhalle

Harkort wusste: Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit für Schule. Also gründete er kurzerhand einen Verein.

Harkort erkannte früh, dass Kinderarbeit und mangelnde Bildung zwei Seiten desselben Problems waren. Konsequent gründete er den „Verein für die deutsche Volksschule und für Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse“, der binnen kürzester Zeit rund 2.500 Mitglieder aus dem gehobenen Bürgertum gewann. Ziel war eine bessere, von kirchlicher Bevormundung unabhängigere Ausbildung der Volksschullehrer – sein Ansatz lebt bis heute im Gedanken der Volkshochschulen weiter.

Ein Maschinenbauer mit Haltung – aber welcher Praxis?

Wie hielt es Harkort eigentlich in seiner eigenen Werkstatt? Die Quellenlage ist hier ehrlicherweise dünn.

Anders als die Textilfabriken und Spinnereien, die im Zentrum der frühen Kinderschutzdebatten standen, war Harkorts eigenes Unternehmen ein Maschinenbaubetrieb. Der Bau von Dampfmaschinen und später Eisenbahnschienen verlangte deutlich stärker qualifizierte Facharbeiter als die einfache Handarbeit an Spinnmaschinen, für die vor allem Kinder eingesetzt wurden.

Zu seiner konkreten Beschäftigungspraxis in der eigenen Werkstatt in Wetter liegen keine detaillierten, frei zugänglichen Aufzeichnungen vor. Klar belegt ist dagegen sein politisches Engagement gegen Kinderarbeit als branchenübergreifendes Problem – ergänzt durch sein Werben für Unterstützungskassen für Arbeiter und Handwerker, die ab 1856 nach seinen Forderungen eingerichtet wurden.

Ein alte Werkstatt

Vater des Ruhrgebiets, Anwalt der Kinder

Am Ende bleibt das Bild eines Mannes, der ein halbes Jahrhundert lang derselben Überzeugung folgte.

Friedrich Harkort war nicht der einzige, aber einer der frühesten und beharrlichsten bürgerlichen Fürsprecher eines Verbots der Kinderarbeit in Deutschland. Von seinen ersten Vorstößen im Westfälischen Provinziallandtag um 1830 über sein Engagement für Bildung bis zu seiner klaren Forderung im Reichstag der 1870er-Jahre zieht sich ein roter Faden durch sein politisches Wirken.

Dass ein vollständiges Verbot aller Kinderarbeit in Deutschland erst Jahrzehnte nach seinem Tod tatsächlich erreicht wurde, schmälert seine Rolle als frühen und konsequenten Vordenker dieses Anliegens nicht.

Harkort
abseits der
großen Reden

Harkort und der Kinderschutz

  • Geboren / gestorben:
    22. Februar 1793 – 6. März 1880
  • Erste Forderung:
    ab 1830 im Westfälischen Provinziallandtag: Verbot der Kinderarbeit, begrenzte Arbeitszeiten
  • Bildungs-initiative:
    Verein für die deutsche Volksschule – Vorläufer der Volkshochschulen
  • Späte Forderung:
    Reichstag 1871–1874: „Verbot aller Kinderarbeit“, feste Löhne, Gewinnbeteiligung
  • Historischer Kontext:
    Zeitgleich mit dem Rheinischen Provinziallandtag und dem Preußischen Regulativ von 1839

Verbot für die Kinderarbeit

Während seine Nachbarfabriken Kinder unter Maschinen schickten, forderte ein Mann aus Wetter im Landtag ein Verbot. Wer war Friedrich Harkort – und wie viel konnte ein Einzelner damals wirklich bewegen?

Als Friedrich Wilhelm Harkort in den 1820er-Jahren seine mechanische Werkstatt in Wetter aufbaut, ist die Beschäftigung von Kindern in Fabriken und Bergwerken der Region längst gängige Praxis. In Städten wie Hagen und Iserlohn arbeiten Kinder zehn bis vierzehn Stunden am Tag – Zahlen, die sich mit den Verhältnissen in weiten Teilen des industrialisierten Deutschlands decken.

Harkort, der später als „Vater des Ruhrgebiets“ bekannt wird, sieht darin früh ein Problem. Bereits ab 1830 ist er Mitglied des Westfälischen Provinziallandtags – und fordert dort etwas, was in seiner Zeit alles andere als selbstverständlich ist: ein Verbot der Kinderarbeit, begrenzte Arbeitszeiten und Wohnraum für Arbeiterfamilien.

Er ist damit nicht allein. Im benachbarten Rheinland sorgt fast zur gleichen Zeit ein anderer Unternehmer, Johannes Schuchard, mit einer aufsehenerregenden Rede für den entscheidenden Anstoß zum ersten deutschen Arbeitsschutzgesetz. Zwei Provinzen, eine Bewegung – und mittendrin ein Mann, der Fabriken baute und zugleich gegen ihre schlimmsten Auswüchse kämpfte.

Vierzig Jahre später, als hochbetagter Reichstagsabgeordneter, wird Harkort noch deutlicher: Er fordert nicht mehr nur Grenzen, sondern ein „Verbot aller Kinderarbeit“ – ohne die vielen Ausnahmen, die frühere Gesetze noch zuließen. Wie es dazu kam, erzählen die folgenden Seiten dieser Ausgabe.

Ein Verein für die Schulbank

Harkort wusste: Wo Kinder den ganzen Tag in der Fabrik stehen, bleibt keine Zeit für Schule. Sein „Verein für die deutsche Volksschule“ gewann binnen kürzester Zeit rund 2.500 Mitglieder – sein Gedanke lebt bis heute in den Volkshochschulen weiter.

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Maschinenbauer statt Spinnereibesitzer

Anders als die Textilfabriken, die im Zentrum der frühen Kinderschutzdebatten standen, baute Harkorts Werkstatt Dampfmaschinen – eine Arbeit, die eher Facharbeiter als Kinderhände brauchte. Zu seiner eigenen Beschäftigungspraxis sind allerdings keine detaillierten Aufzeichnungen bekannt.

Ein roter Faden durchs ganze Leben

Von seinen ersten Vorstößen im Landtag um 1830 bis zu seiner Reichstagsforderung in den 1870er-Jahren: Der Kampf gegen Kinderarbeit war für Harkort kein Nebenthema, sondern eine Konstante über ein halbes Jahrhundert politischen Wirkens.

Welt

Ein Kind das Naegarn in der Hand hat

138 Millionen Gründe zum Handeln

In Europa längst Geschichte, ist Kinderarbeit weltweit noch immer Alltag für Millionen Kinder.

Nach den jüngsten Schätzungen von ILO und UNICEF waren 2024 rund 138 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren von Kinderarbeit betroffen – etwa 7,8 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe weltweit. Rund 54 Millionen von ihnen verrichten dabei gefährliche Arbeit, die Gesundheit, Sicherheit oder Entwicklung bedroht.

Ein Problem,
das nie ganz verschwunden ist

Wo Kinderarbeit heute noch Alltag ist

Subsahara-Afrika trägt die größte Last, Asien macht die größten Fortschritte – ein Blick auf die globale Verteilung.

Subsahara-Afrika trägt mit etwa 87 Millionen betroffenen Kindern nach wie vor die größte Last – fast zwei Drittel aller weltweit von Kinderarbeit betroffenen Kinder. Die Region Asien und Pazifik hat dagegen die größten Fortschritte erzielt: Der Anteil betroffener Kinder sank dort von 6 Prozent im Jahr 2020 auf 3 Prozent im Jahr 2024.

Rund 61 Prozent der Kinderarbeit weltweit findet in der Landwirtschaft statt, gefolgt von Dienstleistungen wie Hausarbeit und Straßenverkauf sowie Industrie, Bergbau und Textilproduktion. Die Hauptursache bleibt Armut, verstärkt durch bewaffnete Konflikte und extreme Wetterereignisse.

Zukunft

Der Kampf ist nicht vorbei

Ein Ziel, das man verfehlt hat

Bis 2025 sollte Kinderarbeit weltweit abgeschafft sein. Die Bilanz zeigt: viel erreicht, aber längst nicht genug.

Die internationale Gemeinschaft hatte sich im Rahmen der Agenda 2030 das Ziel gesetzt, Kinderarbeit in all ihren Formen bis 2025 vollständig abzuschaffen. Dieses Ziel wurde deutlich verfehlt: Um es doch noch zu erreichen, müsste sich das Tempo der Fortschritte um ein Vielfaches erhöhen.

Der langfristige Trend gibt trotzdem Anlass zu vorsichtiger Zuversicht: Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Kinder in Kinderarbeit von rund 246 Millionen auf etwa 138 Millionen gesunken – und das, obwohl die weltweite Kinderpopulation im selben Zeitraum stark gewachsen ist.

Kinder die Muell sammeln

Was wirklich hilft

Von Kindergeld bis Lieferkettengesetz: Einige Maßnahmen haben sich als wirksam erwiesen – andere Fortschritte bleiben fragil.

Sozialschutzprogramme wie Kindergeld verringern den Druck, Kinder arbeiten zu schicken. Kostenloser Zugang zu guter Bildung gilt als eines der wirksamsten Mittel gegen Kinderarbeit. Rechtliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen – in Deutschland etwa das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz – sollen verhindern, dass Kinderarbeit in Zulieferketten verborgen bleibt.

Gleichzeitig warnen Organisationen wie UNICEF und die ILO davor, dass Kürzungen bei Entwicklungshilfe und Sozialschutz die bisherigen Erfolge wieder gefährden könnten. Kriege, Vertreibung und der Klimawandel schaffen zusätzlich neue Risikogruppen, für die Kinderarbeit oft die letzte Überlebensstrategie einer Familie bleibt.